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Eichenprozessionsspinner: Giftraupe in Berlin-Mitte: „Erwarten Befall von erheblichem Anteil aller Eichen“

02.06.2026
Berliner Morgenpost online vom 02.06.2026, 20:34:00 / Online

Eichenprozessionsspinner
Giftraupe in Berlin-Mitte: „Erwarten Befall von erheblichem Anteil aller Eichen“

Andere Bezirke sind zwar schlimmer betroffen. Doch auch in Mitte verbreiten sich die haarigen Raupen. Was Sie jetzt wissen müssen.
Iris May

Gerade legte der Eichenprozessionsspinner ein ganzes Viertel rund um die Jungfernheide lahm. In Berlin sind die haarigen Raupen in der aktuellen Saison im Berliner Westen am weitesten verbreitet, weil es dort die meisten zusammenhängenden Eichenwälder gibt. Laut Daten des Berliner Pflanzenschutzamtes verzeichnen die Bezirke Charlottenburg-Wilmersdorf, aber auch Spandau, Steglitz-Zehlendorf und Treptow-Köpenick die höchsten Befallszahlen. Trotzdem ist von Mai bis Mitte Juni auch in den zentralen Parks und Alleen im Bezirk Berlin-Mitte Vorsicht geboten: Die giftigen Raupen sind in dieser Zeit überall aktiv und können der Gesundheit schaden. Wir haben gefragt, wie das Straßen- und Grünflächenamt Mitte die aktuelle Lage sieht.

Welche Folgen hat das Aufkommen dieser Insekten, die zur Gattung der Nachtfalter gehören?

Sprecher des Straßen- und Grünflächenamts Mitte (SGA) : Der Eichenprozessionsspinner (EPS) gefährdet die Eichenbestände durch starken Kahlfraß, wobei in Berlin bisher keine akute Bedrohung für die Bäume besteht. Andererseits stellt er ein Gesundheitsrisiko für Menschen dar, da die Brennhaare der Raupen das Eiweißgift Thaumetopoein enthalten und Haut-, Augen- sowie Atemwegsreaktionen auslösen können, die oft erst verzögert auftreten.

Beobachten Sie eine Zunahme/Abnahme des Problems in den vergangenen Jahren?

Der Bezirk Mitte beobachtet eine sukzessive Zunahme des EPS-Befalls in den letzten Jahren.

Welches Geschehen erwarten Sie für 2026? Welche Maßnahmen haben Sie bereits ergriffen? Welche planen Sie noch?

In diesem Jahr sind im Innenstadtbereich bereits viele Eichen von EPS befallen. An sensiblen Bereichen (stark frequentierten Orten, Spielplätzen, Schulen, Trainingsstätten) wird der EPS-Befall entfernt.


Der Eichenprozessionsspinner breitet sich in Berlin aus: Hier eine sogenannte Raupen-„Prozession“ mit etwa sechs Strängen nebeneinander. BM

Wie viele Eichen gibt es im Bezirk? Gibt es Schwerpunktgebiete, wo Sie Probleme erwarten? Gibt es größere Gebiete (Parks?) ohne Eichen, wo Sie keine Probleme erwarten?

Auf den bezirkseigenen Flächen sind 7300 Eichen erfasst. Das Straßen- und Grünflächenamt erwartet potenziell einen Befall von einem erheblichen Anteil aller Eichen.


Raupen des Eichenprozessionsspinners in ihrem Nest auf einem Baum. picture alliance/dpa

Welche Maßnahmen haben Sie wo im vergangenen Jahr ergriffen? Wie hoch waren die Kosten und der Aufwand dafür? Sind sie auf Dauer aus dem Bezirkshaushalt finanzierbar?

Zuerst erfassen wir den EPS-Befall. Dann entfernen wir Raupen und Raupennester durch Absaugen, Verkleben und Fixieren. Anschließend erfolgt das Absammeln oder eine Heißwasser- bzw. Heißschaumbehandlung. Die Kosten lagen im Jahr 2025 bei etwa 50.000 Euro.

Wie sind Ihre Erfahrungen mit den Dienstleistern, die die Raupen entfernen? Gibt es viele/genug Dienstleister bzw. Kapazitäten? Ist die Auftragsvergabe und Bearbeitung zuverlässig und zeitnah möglich? Gibt es aus Ihrer Sicht Möglichkeiten, das Problem in Zukunft zu minimieren? Falls ja, welche?

Neben dem Entfernen der Raupen und Nester sind bei starkem Befall auch chemische und biologische Maßnahmen (z. B. Nematoden) denkbar. Die Beseitigung der EPS-Nester erfolgt immer zeitnah.
Veröffentlicht von: mm Am: 04.06.2026